
Bis in die jüngste Vergangenheit war der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass in den ersten Jahrzehnten nach 1945 Tausende Kinder in öffentlichen und privaten Erziehungsheimen Österreichs lebten. Noch weniger bekannt war, dass sie diesen Anstalten auf eine Weise ausgeliefert waren, die heute kaum noch vorstellbar ist. Dass darüber nun ansatzweise Informationen vorliegen, ist einer neuen politischen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit und einem neuen Mut zur Aussage geschuldet – gerade auch von Betroffenen. Es zeigt sich eine unermessliche Geschichte der Gewalt. Wie sie geschehen konnte, welche Verhältnisse und Gelegenheitsstrukturen sie so lange aufrecht erhielten, wie sie heute zu vermeiden wäre, darum soll es auf der Tagung unter anderem gehen.Ein Gutteil der früheren gewalttätigen Erziehungspraktiken wurde im Namen der Pädagogik (und ihren frühen Gliederungen: der Fürsorgeerziehung, der Heim- und Heilpädagogik) getätigt und nicht etwa, wie aus heutiger Sicht zu vermute